Chlor im Trinkwasser: Wie viel Chlor ist im Leitungswasser und ist Chlor schädlich?

Titelbild für einen Ratgeber für Trinkwasser, auf der Grafik steht Chlor im Trinkwasser, ist Chlor im Wasser schädlich? Im Hintergrund sieht man einen Wasserhahn aus dem Wasser läuft

Chlor wird in vielen Ländern als Desinfektionsmittel für Wasser eingesetzt, doch ist Chlor im Trinkwasser eigentlich schädlich oder nicht?

Die zur Desinfektion des Trinkwassers eingesetzten Konzentrationen von Chlor gelten in Deutschland als gesundheitlich unbedenklich.

Allerdings deuten verschiedene wissenschaftliche Studien darauf hin, dass Chlor im Trinkwasser auch potenzielle Gesundheitsrisiken birgt und potenziell krebserregend sein kann.

In diesem Ratgeber erfährst du, was Chlor genau ist, wie du Chlor im Trinkwasser erkennst und wie Chlor ins Trinkwasser gelangt. 

Wir gehen auch auf Forschungen zur potenziellen Gesundheitsgefahr durch Chlor ein und erklären, was du in Länder mit viel Chlor im Trinkwasser machen kannst, um den Chlorgeschmack und -geruch zu neutralisieren.

Wir bei Riva Systemtechnik entwickeln und produzieren hochwertige Wasserfilter-Systeme, um die Wasserqualität in deinem Zuhause zu verbessern und dich vor Schadstoffen im Trinkwasser zu schützen. Unsere Wasserfilter sind “Made in Germany” und von unabhängigen Laboren zertifiziert.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Chlor ist eine kostengünstige Chemikalie, die Wasserversorger als Desinfektionsmittel verwenden, um beispielsweise Keime und Bakterien aus dem Wasser zu entfernen
  • Die Grenzwerte für Chlor im Trinkwasser unterscheiden sich von Land zu Land. In Deutschland gilt ein Grenzwert von maximal 0,3 Milligramm pro Liter Wasser
  • In geringen Konzentrationen gilt Chlor im Trinkwasser als unbedenklich
  • Inzwischen deuten Forschungsergebnisse allerdings auf einen Zusammenhang von Chlor im Trinkwasser und gesundheitlichen Problemen hin
  • Mit Wasserfiltern lässt sich Chlor aus dem Wasser entfernen

Was ist Chlor?

Chlor ist ein chemisches Element, das im 18. Jahrhundert in seiner Reinform von Carl Wilhelm Scheele entdeckt wurde. Der Name “Chlor” stammt vom altgriechischen Wort χλωρός (chlōrós). Übersetzt heißt dies „gelblich-grün” und ist auf die Färbung von Chlor zurückzuführen.

Eine Glasflasche, die mit einer gelblich-grünen Flüssigkeit gefüllt ist. Aufgrund der Färbung kann man davon ausgehen, dass es sich um flüssiges Chlor handelt
Chlor hat eine gelblich-grüne Färbung

Im Jahr 1823 gelang es dem englischen Chemiker Michael Faraday erstmals, flüssiges Chlor zu erzeugen. Heutzutage wird Chlor im großen industriellen Stil vor allem durch die Elektrolyse einer wässrigen Natriumchloridlösung oder Salzlösung hergestellt.

Seit seiner Entwicklung wird Chlor unter anderem als Desinfektionsmittel für Trinkwasser eingesetzt. Dadurch konnten Epidemien wie Cholera und Typhus wirksam bekämpft werden.

Im Vergleich zu anderen Desinfektionsmitteln hat Chlor zwei große Vorteile: Es ist sehr kostengünstig und hat eine sogenannte Depot-Wirkung. Das bedeutet, dass Chlor nach der Zugabe im Wasserwerk auch im Rohrleitungsnetz über längere Zeit desinfizierend wirkt.

Die Desinfektion von Trinkwasser mit Chlor ist inzwischen eine weltweit angewandte Standardmethode, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.

Wie kommt Chlor ins Trinkwasser?

Chlor wird dem Trinkwasser in Wasserwerken zugesetzt, entweder als Gas (Chlordioxid) oder in gelöster Form (Hypochlorit). Diese Trinkwasserbehandlung wird auch Chlorung oder Chlorierung genannt.

Die Zugabe von Chlor in Trinkwasser unterliegt strengen Grenzwerten. Die Wasserwerke prüfen das Leitungswasser regelmäßig auf eine mögliche Keimbelastung, um die Dosierung von Chlor im Trinkwasser so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig eine sichere Desinfektion des Trinkwassers zu gewährleisten.

Ist Chlor im Trinkwasser schädlich?

Innerhalb der Grenzwerte der deutschen Trinkwasserverordnung gilt Chlor im Trinkwasser als unschädlich.

Allerdings wird Chlor in der Gefahrstoffliste der IFA (Institut für Arbeitsschutz) als giftig eingestuft. Der Einsatz von Chlor als Desinfektionsmittel im Trinkwasser ist inzwischen nicht mehr unumstritten. 

Eine Studie der Universität Birmingham mit über 400.000 Kindern ergab, dass der Konsum von chlorhaltigem Wasser durch schwangere Frauen das Risiko für Fehlbildungen in der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte sowie zu Hirnschädigungen und Herzfehlern bei Neugeborenen erhöhen kann. 

Eine weitere Studie, die im American Journal of Public Health veröffentlicht wurde, legt beispielsweise einen Zusammenhang zwischen der Chlorung von Trinkwasser und erhöhtem Risiko für Blasen-, Dickdarm- und Mastdarmkrebs nahe.  

Beim Einsatz von chlorhaltigen Substanzen wie Chlorgas, Chlorbleichlauge oder Chlordioxid zur Desinfektion von Trinkwasser oder Oberflächen, die mit Nahrungsmitteln in Berührung kommen, können außerdem giftige Desinfektionsnebenprodukte wie Chlorit und Chlorat (Salz der Chlorsäure) entstehen. 

Die European Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) nennt Chlorat in einer Stellungnahme aus dem Jahr 2015 ein Risiko für die öffentliche Gesundheit. Diese Stoffe können verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen, darunter Schädigungen der roten Blutkörperchen und Nieren sowie eine Beeinträchtigung der Aufnahme von Jod im Körper.

Im Vergleich zu anderen chemischen Mitteln oder modernen Desinfektionsmethoden ist Chlor allerdings mit Abstand am kostengünstigsten. Darüber hinaus ist die Wirksamkeit von Chlor zur Desinfektion enorm. 

Die Experten des Internationalen Programms für Chemikaliensicherheit (IPCS) kommen in ihrem Bericht aus dem Jahr 2000 zu dem Schluss, dass zwar Anstrengungen unternommen werden sollten, um die Konzentration von toxischen Desinfektionsnebenprodukten im Trinkwasser zu minimieren. 

Allerdings hätte laut IPCS die mikrobiologisch einwandfreie Qualität von Trinkwasser den höchsten Stellenwert und dürfe durch die Reduktion von Desinfektionsnebenprodukten nicht gefährdet werden.

So wird Chlor bis heute in vielen Ländern zur Desinfektion von Trinkwasser eingesetzt – trotz dieser Forschungsergebnisse.

Wie erkennt man Chlor im Trinkwasser?

Eine Frau, die ein halbvolles Wasserglas hält, ob in dem Wasser Chlor enthalten ist, ist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Wenn man am Wasser riecht und einen Chlorgeruch wahrnimmt, kann dies ein Zeichen für Chlor im Trinkwasser sein

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Chlor im Trinkwasser zu erkennen. 

Die einfachste Methode ist, am Wasser zu riechen. Wenn das Wasser einen beißenden Geruch hat, der an den Geruch in Schwimmbädern erinnert, dann kann das ein Hinweis auf Chlor im Trinkwasser sein. 

Eine geringe Konzentration von Chlor im Trinkwasser macht sich im Geschmack und Geruch allerdings nicht zwangsläufig bemerkbar. Um auch kleinere Mengen an Chlor im Trinkwasser sicher erkennen zu können, sollte man daher weitere Tests durchführen. 

In Baumärkten und Online-Shops gibt es Teststreifen, mit deren Hilfe man den Chlorgehalt und häufig auch den pH-Wert des Wassers testen kann. 

Die Teststreifen werden in das Wasser getaucht und ändern ihre Farbe entsprechend dem Chlorgehalt im Wasser. Allerdings können diese Teststreifen nur eine grobe Schätzung des Chlorgehalts liefern. Solche Teststreifen werden in der Regel eingesetzt, um das Wasser in Pools oder Whirlpools zu testen.

Ein Chlor Teststreifen wird in einen Pool getauscht, die einzelnen Plättchen auf den Teststreifen haben sich gelblich verfärbt, dies gibt eine grobe Einschätzung, wie viel Chlor im Wasser enthalten ist bzw. wie viel Chlor dem Wasser hinzugefügt werden sollte
Teststreifen geben eine grobe Schätzung, wie viel Chlor im Poolwasser ist

Für exakte Ergebnisse ist eine Wasseranalyse durch ein professionelles Labor erforderlich.

Grenzwerte für Chlor im Trinkwasser

In der deutschen Trinkwasserverordnung ist der Grenzwert für Chlor im Trinkwasser auf maximal 0,3 Milligramm pro Liter Wasser festgelegt.

Grundsätzlich sollte dauerhaft mindestens 0,1 mg/l freies Chlor im Wasser nachweisbar sein, um eine sichere Desinfektion zu gewährleisten. Bei 0,3 mg/l kann das Wasser bereits nach Chlor schmecken.

Nach starken Regenfällen und Überschwemmungen können Wasserwerke temporär mehr Chlor ins Leitungswasser geben, da die natürliche Filterwirkung der Erdschichten bei großen Wassermengen nachlässt und vermehrt Schadstoffe in das Wasser gelangen können. In solchen Ausnahmefällen sind kurzzeitig bis zu 0,6 Milligramm pro Liter zulässig. Einige Wasserwerke, wie beispielsweise in München, setzen bei erhöhtem Niederschlag auf UV-Strahlen statt auf die Chlorierung von Wasser.

Die Grenzwerte für Chlor im Trinkwasser unterscheiden sich von Land zu Land. 

In der folgenden Tabelle findest du einen Überblick über die Grenzwerte für Chlor im Trinkwasser in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA sowie den von der WHO empfohlenen Grenzwert:

Land Grenzwerte für freies Chlor im Trinkwasser
Deutschland 0,3 mg/l
Österreich 0,3 mg/l
Schweiz 0,1 mg/l 
USA 4 mg /l
WHO 5 mg/l

In der deutschen Trinkwasserverordnung aus dem Jahr 2023 sind außerdem direkte Grenzwerte für die kritischen Desinfektionsnebenprodukte Chlorat und Chlorit im Trinkwasser festgelegt: Für Chlorit liegt der Grenzwert bei 0,20 mg/l und für Chlorat bei 0,070 mg/l. Nur im Notfall sind höhere Chloratwerte zugelassen.

Chlor im Trinkwasser auf Reisen

Wenn du ins Ausland reist, wie zum Beispiel in die USA, nach Kanada, Italien oder Großbritannien, wirst du feststellen, dass das Leitungswasser einen starken Chlorgeruch und -geschmack haben kann.

In diesen Ländern wird das Wasser aufgrund von alten Wasserleitungen oder anderen lokalen Gegebenheiten stärker gechlort.

Um diesen unangenehmen Chlorgeschmack aus dem Trinkwasser zu entfernen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Chlor im Wasser abkochen: Du kannst das gechlorte Leitungswasser einige Zeit kochen lassen, damit das Chlor verdampft. Mit dieser Methode können auch andere Schadstoffe im Trinkwasser behandelt werden, allerdings nicht alle. 

Wasserfilterflasche verwenden: Der riva PURA Wasserfilterflasche hat einen Membran mit einer Aktivkohlebeschichtung und entfernt den unangenehmen Chlorgeschmack und weitere Schadstoffe sicher aus deinem Trinkwasser. Damit hast du im Handumdrehen sauberes Trinkwasser – auch im Ausland.

Ein Mann steht in einem Flughafen und trinkt aus der riva Pura Trinkflasche mit Membranfilter, welcher einer Aktivkohlebeschichtung hat, dadurch wird Chlor aus dem Wasser entfernt und das Wasser schmeckt nicht mehr nach Chlor. Im Hintergrund sieht man ein Flugzeug
Auf Reisen ist die riva Pura Wasserfilterflasche eine ideale Wahl, um den Chlorgeschmack aus dem Wasser zu entfernen

Fazit: Chlor im Trinkwasser – Ist es schädlich?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Chlor im Trinkwasser eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Trinkwasserhygiene spielt. 

In Deutschland wird Chlor in kleinen Mengen zur Desinfektion des Trinkwassers eingesetzt und gilt in dieser Dosis als ungefährlich. In einigen anderen Ländern sind die Grenzwerte für Chlor jedoch deutlich höher.

Inzwischen ist der Einsatz von Chlor als Desinfektionsmittel im Trinkwasser nicht mehr unumstritten: Die Ergebnisse einiger Studien legen nahe, dass Chlor und Chlor-Nebenprodukte im Trinkwasser negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.

Mit Wasserfiltern lässt sich Chlor aus dem Trinkwasser filtern und der Chlorgeschmack entfernen. In unserem Ratgeber “Chlor aus dem Wasser filtern” stellen wir verschiedene Filterarten vor, die Chlor aus dem Wasser entfernen und den Chlorgeschmack neutralisieren können.

FAQ: Chlor im Leitungswasser

Was bewirkt Chlor im Wasser?

Chlor im Leitungswasser dient als Desinfektionsmittel, um potenziell schädliche Mikroorganismen wie Bakterien, Parasiten und Viren im Trinkwasser abzutöten und die Wasserqualität zu verbessern. Zusätzlich verhindert Chlor im Leitungswasser eine erneute Kontamination mit Schadstoffen in den Wasserleitungen.

Ist es schlimm, Wasser mit Chlor zu trinken?

Nein, in Deutschland wird dem Leitungswasser nur eine geringe Dosis Chlor zugegeben, um das Wasser zu desinfizieren. Diese Konzentration im Leitungswasser gilt als ungefährlich. Im Ausland wird häufig eine höhere Menge Chlor beigefügt, was sich durch einen starken Chlorgeschmack bemerkbar macht. Viele Menschen empfinden diesen Chlorgeschmack und -geruch als unangenehm. Wasserfilter mit Aktivkohle können den Chlorgeschmack und -geruch neutralisieren.

Welche Symptome können durch Chlor im Trinkwasser verursacht werden?

Chlor im Trinkwasser kann bei manchen Menschen zu Reizungen der Augen, Nase und des Rachens führen. In seltenen Fällen kann es auch zu Erbrechen, Übelkeit und Durchfall kommen. Bei Menschen mit empfindlicher Haut kann Chlor auch Hautreizungen hervorrufen.

Gibt es Nebenwirkungen durch die Verwendung von chloriertem Trinkwasser?

Die Verwendung von leicht chloriertem Trinkwasser gilt als sicher und hat in der Regel keine Nebenwirkungen. Bei Menschen mit empfindlicher Haut oder Atemwege kann Chlor jedoch Reizungen hervorrufen.

Ist Chlor im Trinkwasser gesundheitsschädlich?

Nein, Chlor im Trinkwasser gilt in geringen Dosierungen als unbedenklich und kann sogar helfen, die Verbreitung von wasserbedingten Krankheiten zu reduzieren. Allerdings gibt es inzwischen Studien, die nahelegen, dass eine chronische Aufnahme von Chlor gesundheitsschädlich sein könnte.

Über den Autor

Frieder Korat ist Geschäftsführer der Riva Systemtechnik GmbH und Experte für hochwertige Wasserfiltersysteme. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt er innovative Lösungen für sauberes Wasser in Privathaushalten, Gewerbebetrieben und medizinischen Einrichtungen.

Du hast eine Frage? Dann ruf uns gerne an und wir finden gemeinsam eine passende Lösung für dich!

Diese Artikel könnten dich auch noch interessieren

Quellen: