Ist Kalk ungesund und welcher Kalkfilter hilft wirklich? Kalk im Wasser 2021

Kalkfilter Kalk Wasserhahn

Der ein oder andere hat das sicher schon einmal gehört:

Kalk im Trinkwasser führe zur Verkalkung der Blutgefäße. Das ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält und inzwischen wissenschaftlich widerlegt wurde. Eines vorweg: Kalk ist für den Körper nicht gesundheitsschädlich.

Ein Blick in den Wasserkocher kann jedoch sichtbar machen, was Kalk meist im Verborgenen in Haushaltsgeräten anrichten kann: Nachdem das Wasser verdunstet ist, können hartnäckige Kalkreste zurückbleiben, Wasserleitungen verengen und Haushaltsgeräten langfristig schaden.

Wir klären, was Kalk genau ist und wie er in unser Wasser kommt. Außerdem erfährst du, wie Kalkfilter solchen Kalkproblemen vorbeugen können und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Filtersysteme haben.

Was ist Kalk und wie kommt er ins Wasser?

Kalk besteht aus Kalzium, Kohlenstoff und Sauerstoff und wird auch Calciumcarbonat genannt.

In der Lebensmittelindustrie wird Kalk bspw. als Farbstoff und in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt. Während der Schulzeit hatte vermutlich jeder schon einmal selbst ein Stück Kalk in der Hand: Kalk ist nämlich auch bekannt als Kreide.

Im Alltag begegnet uns Kalk überwiegend im (Leitungs-)wasser. Dabei ist Kalk kein fester Bestandteil im Wasser. Erst wenn der Regen durch verschiedene Gesteinsschichten versickert, löst sich Kalk aus dem Gestein in das Wasser. Je mehr Kalk in den Gesteinsschichten vorhanden ist, desto mehr Kalk wird schließlich in das Wasser abgegeben.

Weich, mittelhart oder hartes Wasser – verschiedene Härtegrade geben Auskunft über den Kalkgehalt im Wasser

Wie viel Kalk im Wasser enthalten ist, wird in der Einheit „deutsche Härte“ oder kurz „dH“ angegeben.

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Kalkfreies Wasser oder nahezu kalkfreies Wasser, mit einem Messwert von unter 8,4° dH, wird „weiches“ Wasser genannt. Bei höherem Kalkgehalt spricht man von „mittelhartem“ (8,4° dH – 14° dH) oder sogar „hartem“ (ab 14° dH) Wasser.

In Deutschland kann der Kalkgehalt bzw. die Härte des Wassers von Region zu Region sehr unterschiedlich sein. In Bonn, Essen und Hamburg bspw. fließt weiches Wasser durch die Leitungen. In Köln, Berlin und München ist das Wasser eher kalkhaltig.

Wie viel Kalk das Wasser in deiner Region enthält, erfährst du bei deinem örtlichen Wasserwerk oder auch hier: www.wasserhaerte.net

Welche Auswirkungen hat kalkhaltiges Wasser auf den Körper und die Geräte im Haushalt?

Eine herrlich warme Dusche ist Entspannung pur! Doch die Haare sind danach stumpf und das Gesicht spannt? Das muss nicht zwingend an den Haarpflege-Produkten liegen. Wer so etwas nach dem Duschen oder Baden schon erlebt hat, dessen Leitungswasser ist vielleicht kalkhaltig. Denn bei hartem Wasser in Verbindung mit Seife bilden sich unlösliche Salze, die zu glanzlosem Haar und gespannter Haut führen können.

Kalkhaltiges Wasser zu trinken kann auch einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Hartes Wasser enthält nämlich viel Magnesium und Kalzium. Dies sind essenzielle Mineralstoffe für den menschlichen Körper: Magnesium ist unter anderem bedeutsam für die Herztätigkeit und Kalzium ist am Knochenwachstum beteiligt.

Während Kalk für den menschlichen Körper also sogar nützlich sein kann, so kann er Haushaltsgeräten durchaus schaden: Die Wasserleitungen von Wasch-, Spül- und Kaffeemaschinen setzen sich zu, der Wasserdurchfluss wird vermindert und der Strombedarf steigt. Im schlimmsten Fall können die Maschinen frühzeitig kaputt gehen.

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Oftmals ist die Verkalkung der Leitungen in den Geräten von außen nicht zu erkennen. An schwarzen Duscharmaturen oder im Wasserkocher kann man allerdings sehr gut beobachten, wie sich Kalk ansammelt: Das Wasser verdunstet und zurück bleiben hartnäckige weiß-graue Rückstände – das ist der Kalk.

Wer in einer Region mit kalkhaltigem Wasser wohnt, wird entsprechend häufig derartige Kalkablagerungen entdecken: Herumschwimmende Kalkreste im letzten Schluck Tee oder auf der Kleidung nach dem Bügeln. Die Glaswand in der Dusche ist übersäht von kleinen grauen Kalkflecken.

Im Wasserkocher und der Kaffeemaschine lässt sich das Kalkproblem natürlich übergangsweise lösen, indem man beispielsweise stilles Wasser aus Flaschen verwendet. Dies ist allerdings auf lange Sicht viel kostenintensiver als die Verwendung von Leitungswasser. Außerdem verursacht das in Plastik abgefüllte Wasser eine große Menge zusätzlichen Müll.

Eine langfristige und nachhaltige Lösung, um das Kalkproblem im Wasser zu bewältigen, sind hingegen Kalkfilter.

Welche Kalkfilter gibt es und wie können sie Wasser entkalken?

Ionentauscher

Eine bekannte Kalkfiltermethode basiert auf dem Austausch von Ionen: Das sogenannte Ionenaustauscherharz im Filter tauscht die Härtebildner Kalzium und Magnesium gegen Natriumionen aus. Nach diesem Prozess ist das Wasser weich.

Diese Ionentauscher können als Tischkannenfilter verwendet werden. Fest installiert als Untertischfilter im Wasserkreislauf dienen sie Kalkschutz für Haushaltsgeräte.

Allerdings entspricht das gefilterte Wasser aufgrund hoher Natriumwerte häufig nicht mehr den Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Außerdem können gesättigte Ionenaustausch-Filter auch eine Gefahr bergen: Wenn die Filter voll sind, kann plötzlich eine große Menge der zurückgehaltenen Stoffe in das Wasser abgegeben werden. Wann der Filter genau erschöpft ist, ist leider nur schwer zu bestimmen.

Kannen- bzw. Tischwasserfilter

Eine der kleinsten Filtervarianten sind Kannenfilter oder Tischwasserfilter, welche inzwischen in vielen Haushalten genutzt werden. Eine Kombination aus Ionenaustauscher und Aktivkohle reduziert den Kalk und verbessert den Geschmack des Wassers.

Diese Tischwasserfilter sind sehr anwenderfreundlich, da das eingefüllte Wasser durch das Filterelement direkt in die Kanne läuft.

Der Nachteil ist jedoch, dass bei diesen Wasserfiltern das Risiko einer schnellen Verkeimung besteht. Die Kartuschen müssen daher häufig gewechselt werden. Außerdem werden Tischwasserfilter nicht in den Wasserkreislauf integriert und können so Spülmaschine und Co. nicht vor Kalk schützen. Kannen- und Tischwasserfilter sorgen zwar für kalkfreies Wasser, sind aber nur eine Lösung für den Wasserkocher oder die Kaffeemaschine und nicht für die großen Haushaltsgeräte oder die Dusche.

Osmoseanlagen für kalkfreies Wasser

In Osmoseanlagen wird das Wasser durch eine halbdurchlässige Membran gepresst, die ausschließlich Wassermoleküle durchfließen lässt. Diese Wasserentkalker können fest in den Wasserkreislauf installiert werden.

Dieses System filtert Kalk absolut zuverlässig aus dem Wasser. Jedoch leider auch sämtliche wertvolle Mineralien. Wasser aus der Osmoseanlage ist vollständig frei von Inhaltsstoffen, schädlichen wie nützlichen. Und die herausgefilterten Stoffe müssen schließlich mit Frischwasser abgeführt werden. Außerdem benötigt die Anlage dauerhaft Strom und der Anschaffungspreis ist beachtlich.

Chemiefreie Kalkfilter auf biologischer Basis

Eine nachhaltige Alternative sind chemiefreie Kalkfilter, die auf einem biologischen Verfahren basieren.

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Das beste Vorbild ist die Natur: Muscheln und Korallen sind wahre Meister der Biomineralisation. Ihre Oberfläche ist gespickt mit mikroskopisch kleinen Kristallen, die mit dem Kalk im Wasser reagieren. Diese Methode machen sich auch Kalkfilter auf biologischer Basis zunutze: Das Keramikgranulat im Filter bildet bei Wasserkontakt ebenfalls mikroskopisch kleine Kristalle, welche die Haftungseigenschaften des Kalks verändern. Im Filter binden sich die Kristalle an den Kalk, sodass er nicht mehr an Oberflächen haften und Leitungen nicht mehr verstopfen kann. Der Kalk bleibt also im Wasser enthalten, fließt aber mit dem Wasser einfach ab.

Die Filter können direkt in den Wasserkreislauf eingebaut werden. Ein chemiefreier Kalkfilter in der Dusche, montiert zwischen Armatur und Brauseschlauch, erleichtert die Reinigung und Pflege enorm: Lästige Kalkflecken und Verkalkung, die besonders auf schwarzen Armaturen auffallen, lassen sich einfach von Duscharmatur und -brause abwischen. Unter der Spüle oder vor der Waschmaschine installiert, schützen sie Maschinen vor Kalkschäden.

Der große Vorteil dieser Methode: Die Trinkwasserqualität und wichtige Mineralien, wie Magnesium und Kalzium, bleiben erhalten. Außerdem hilft dieses System sogar dabei, alte Verkalkungen sanft zu lösen und saniert so Stück für Stück Leitungen und Geräte. Wer also seine Wasserleitungen nicht nur präventiv schützen sondern auch entkalken möchte, hat mit diesen Filtern einen nützlichen Helfer an der Hand.

Auch bei dieser Filtermethoden müssen nur die Kartuschen regelmäßig getauscht werden. Das Tauschintervall hängt von der Leitungswasser-Qualität ab, spätestens jedoch alle 6 Monaten gemäß der DIN 1988.

Kalkfilter schützen Wasserleitungen und Haushaltsgeräte

Kalk ist nicht gesundheitsschädlich. Im Gegenteil: Kalkhaltiges Trinkwasser enthält wichtige Mineralien für den Körper.

Allerdings kann mittelhartes bis hartes Wasser ein Problem für Wasserleitungen und Haushaltsgeräte darstellen. Kaffee-Gourmets und Tee-Fans wissen außerdem: In kalkhaltigem Wasser können sich die Aromen des Lieblingsgetränks weniger gut entfalten.

Kalkfilter verbessern den Geschmack des Wassers, beugen hartnäckigen Kalkflecken vor, verringern den Bedarf an Waschmittel und schützen Wasserleitungen und Haushaltsgeräte vor schädigender Verkalkung.

Chemiefreie Kalkfilter auf natürlicher Basis sind besonders in Regionen mit höherem Kalkgehalt eine sinnvolle Investition: Sie schützen nicht nur den Wasserkreislauf, sondern helfen auch noch dabei, Wasserleitungen zu sanieren und alte Verkalkungen Stück für Stück zu lösen.

Hast du noch Fragen zu Kalk und chemiefreien Kalkfiltern auf biologischer Basis? Wir beraten dich gerne und finden eine passende Lösung für deine ganz individuelle Situation zu Hause.

riva Kalkschutzlösungen für Leitungswasser

Quellen:

Verbraucherzentrale: Wasserbehandlung im Haushalt: Wasserfilter und -filteranlagen (2021)
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wasser/wasserbehandlung-im-haushalt-wasserfilter-und-filteranlagen-5525

Max-Planck-Gesellschaft: Musterkristalle in der Muschel (2014)
https://www.mpg.de/muschelschale_mikrostruktur

Wasserhärte Verzeichnis:
www.wasserhaerte.net

Lebensmittellexikon: Calciumcarbonat, E 170, Kalziumkarbonat, Kohlensaurer Kalk
https://www.lebensmittellexikon.de/c0002100.php

Carbonit: Die Kalkfibel (2008)
https://www.carbonit.com/images/stories/werbemittel/Broschuere-Kalkfibel/101339-D01.pdf