Aktualisiert: 15.07.2026
Lesedauer: 11 min.
Wusstest du, dass Legionellen sich am wohlsten bei genau der Temperatur fühlen, die viele Warmwasserspeicher standardmäßig eingestellt haben?
In diesem Ratgeber erfährst du:
- was Legionellen sind und wie gefährlich sie tatsächlich sind,
- bei welcher Temperatur Legionellen absterben und bei welcher sie sich vermehren,
- wie Legionellen überhaupt in die Wasserleitung gelangen,
- was du bei einem akuten Legionellenbefund sofort tun musst,
- wie du Legionellen dauerhaft vorbeugen kannst,
- und welcher Wasserfilter dich zusätzlich schützen kann.
Wir bei Riva Systemtechnik entwickeln und produzieren hochwertige Wasserfilter-Systeme, um die Wasserqualität in deinem Zuhause zu verbessern und dich vor Krankheitserregern wie Legionellen zu schützen. Unsere Wasserfilter sind „Made in Germany“ und von unabhängigen Laboren zertifiziert.
Das Wichtigste zusammengefasst:
- Legionellen vermehren sich am besten bei 30–45 °C, ab etwa 60 °C sterben sie zuverlässig ab.
- Laut DVGW-Arbeitsblatt W 551 muss Warmwasser am Speicherausgang mindestens 60 °C, im gesamten Leitungssystem mindestens 55 °C erreichen.
- Gefährlich werden Legionellen vor allem beim Einatmen über Aerosole, etwa beim Duschen – nicht primär beim Trinken.
- Bei akutem Legionellenbefund kann die Behörde ein Duschverbot aussprechen.
Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in geringer Zahl in Süßwassergewässern und im Boden vorkommen. Sie gelangen darüber in Trinkwassersysteme und können sich dort unter bestimmten Bedingungen stark vermehren.
Im Haushalt finden sich Legionellen vor allem in Warmwasserleitungen, Warmwasserspeichern, Klimaanlagen, Whirlpools, Wasserhähnen und Duscharmaturen.
In der LeTriWa-Studie („Legionellen in der Trinkwasser-Installation“) des Robert Koch-Instituts, durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt und dem Konsiliarlabor für Legionellen, wurden die Quellen von Legionelleninfektionen untersucht. Die meisten der untersuchten Infektionen gingen auf Trinkwasserquellen im eigenen Haushalt zurück.
Sind Legionellen im Wasser gefährlich?
Ja, Legionellen können für den Menschen gefährlich sein – allerdings vor allem dann, wenn sie über mikroskopisch feine Wassertröpfchen (Aerosole) eingeatmet werden.
Das reine Trinken von legionellenhaltigem Wasser gilt für gesunde Menschen in der Regel als unproblematisch. Kritisch wird es, sobald Wasser vernebelt wird und die Bakterien in die Lunge gelangen können.
Aerosole entstehen unter anderem:
- beim Duschen,
- durch Klimaanlagen bzw. Verdunstungskühlanlagen,
- in Whirlpools,
- über Luftbefeuchter,
- über Wassersprudler.
Duschen gilt dabei als eines der größten Infektionsrisiken, weil hierbei besonders viele Aerosole in die Luft gewirbelt werden.
Eine Legionelleninfektion kann zwei Krankheitsbilder auslösen: die Legionärskrankheit, eine mitunter schwere Lungenentzündung, oder das Pontiac-Fieber, eine grippeähnliche, meist mildere Erkrankung. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Diabetiker und Raucher. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.
Bei welcher Temperatur sterben Legionellen ab?
Die Wassertemperatur ist der entscheidende Hebel im Umgang mit Legionellen – sowohl für ihre Vermehrung als auch für ihre Abtötung.
Legionellen bevorzugen Wassertemperaturen zwischen 25 °C und 50 °C. Am besten gedeihen sie im Bereich zwischen 30 °C und 45 °C – genau der Bereich, den lauwarmes, stehendes Wasser häufig erreicht.
Ab etwa 50–60 °C beginnen Legionellen abzusterben, ab 60 °C gelten sie als zuverlässig abgetötet.
Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 legt daher folgende Anforderungen an Warmwassersysteme fest:
- Am Austritt des Trinkwassererwärmers (Speicherausgang) muss das Wasser mindestens 60 °C erreichen.
- Im gesamten Leitungssystem, inklusive Zirkulation, muss eine Mindesttemperatur von 55 °C eingehalten werden.
- Kaltwasser sollte dauerhaft unter 20–25 °C bleiben, um die Vermehrung von Legionellen auf der kalten Seite zu verhindern.
Wichtig zu wissen: Wer aus Energiespargründen die Warmwassertemperatur unter diese Werte absenkt, erhöht das Legionellenrisiko spürbar. Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass sich am Grundsatz „kaltes Wasser kalt, heißes Wasser heiß halten“ nichts ändert, auch nicht in Zeiten hoher Energiepreise.
Wie entstehen Legionellen in der Wasserleitung?
Legionellen brauchen zwei Dinge, um zum Problem zu werden: die richtige Temperatur und stehendes Wasser.
Wasser, das über längere Zeit in der Leitung steht, etwa in selten genutzten Rohrabschnitten, ungenutzten Wohnungen oder nach längerer Abwesenheit, bietet Legionellen ideale Vermehrungsbedingungen.

Deshalb sind vor allem folgende Situationen kritisch:
- selten genutzte Duschen oder Wasserhähne, etwa in Gästezimmern oder Ferienwohnungen,
- überdimensionierte Warmwasserspeicher, die nicht regelmäßig auf Temperatur gebracht werden,
- lange Leitungswege mit sogenannten Totleitungen (Rohrabschnitte ohne regelmäßigen Durchfluss).
Großanlagen zur Trinkwassererwärmung ab 400 Litern Speichervolumen müssen deshalb regelmäßig auf Legionellen untersucht werden: bei häufig wechselndem Nutzerkreis (z. B. Hotels, Krankenhäuser, Sportanlagen) jährlich, bei vermieteten Wohngebäuden alle drei Jahre.
Was tun bei akutem Legionellenbefund?
Wurde bei dir ein Legionellenbefall im Trinkwasser festgestellt, kannst du als Verbraucher oder Mieter Folgendes tun:
- Befolge zunächst die Anweisungen deines Gesundheitsamts bzw. Vermieters. Bei erhöhten Werten wird häufig ein Duschverbot ausgesprochen.
- Lass Warmwasser, das du dennoch nutzt, vor Gebrauch möglichst heiß auslaufen, um die Keimzahl kurzfristig zu senken.
- Vermeide grundsätzlich alles, was Wasser vernebelt (Duschen, Whirlpool, Luftbefeuchter), bis die Werte wieder im sicheren Bereich liegen.
- Informiere dich bei deinem Vermieter über geplante Sanierungsmaßnahmen, etwa eine thermische Desinfektion der Leitungen (Aufheizen auf über 70 °C für eine bestimmte Dauer).
Als Mieter hast du zudem grundsätzlich das Recht, deinen Vermieter zur Mängelbeseitigung aufzufordern, da eine intakte, legionellenfreie Warmwasserversorgung zur vertragsgemäßen Wohnungsnutzung gehört.
Für die Zeit bis zur endgültigen Sanierung kann ein zertifizierter Legionellenfilter direkt an Dusche oder Wasserhahn einen sofortigen Schutz bieten, ganz ohne Umbauten an der Hausinstallation. Wie genau das funktioniert, liest du in unserem Ratgeber „Wasserfilter gegen Legionellen: Ist ein Filter sinnvoll?“
Legionellen dauerhaft vorbeugen
Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen, aber konsequent umgesetzten Maßnahmen lässt sich das Legionellenrisiko im eigenen Zuhause deutlich senken.
- Warmwasserspeicher auf mindestens 60 °C einstellen und diese Temperatur regelmäßig erreichen lassen.
- Selten genutzte Leitungen und Duschen regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, für einige Minuten durchspülen.
- Nach längerer Abwesenheit (z. B. Urlaub) das Wasser vor der ersten Nutzung großzügig ablaufen lassen.
- Bei Neuinstallationen oder Sanierungen auf eine fachgerechte Planung ohne unnötige Totleitungen achten.
Was riva Filter leisten können
Neben diesen baulichen und betrieblichen Maßnahmen kann ein zertifizierter Wasserfilter eine zusätzliche Schutzebene bieten, insbesondere bei akutem Legionellenbefund oder für Risikogruppen.
Der riva MULTI arbeitet mit einer feinporigen Hohlfasermembran (Filterfeinheit bis 0,1 Mikrometer), die Legionellen und andere Mikroorganismen wie E. coli und Pseudomonaden mechanisch zurückhält. Die Filterwirksamkeit wurde in einem unabhängigen Langzeitversuch über vier Monate vom Labor HygCen GmbH (Schwerin) geprüft und bestätigt. Das vollständige Prüfzertifikat senden wir dir auf Anfrage gerne zu.
Ein solcher Filter ersetzt nicht die grundlegenden Hygienemaßnahmen (richtige Temperatur, keine Stagnation), kann aber als Sofortschutz sinnvoll sein, etwa direkt nach einem positiven Befund oder bevor eine Sanierung abgeschlossen ist.

Fazit: Temperatur ist der Schlüssel
Legionellen sind kein Grund zur Dauerbeunruhigung, aber ein ernstzunehmendes Thema, das sich mit der richtigen Wassertemperatur und regelmäßiger Nutzung aller Leitungen weitgehend in den Griff bekommen lässt.
Wer die 60-Grad-Regel für Warmwasser einhält und Leitungen nicht unnötig stagnieren lässt, senkt das Risiko bereits erheblich. Bei einem akuten Befund hilft zusätzlich ein zertifizierter Filter als schnelle Sofortmaßnahme.
FAQ: Legionellen im Wasser
Bei welcher Temperatur sterben Legionellen ab?
Legionellen sterben ab etwa 60 °C zuverlässig ab. Zwischen 50 °C und 60 °C beginnen sie bereits abzusterben, vermehren sich aber am besten zwischen 30 °C und 45 °C.
Wie lange muss ich das Wasser laufen lassen wegen Legionellen?
Nach längerer Nichtnutzung, etwa nach dem Urlaub, solltest du das Wasser mehrere Minuten laufen lassen, bevor du es nutzt oder trinkst. Bei akutem Befund gilt: möglichst heiß auslaufen lassen, um die Keimzahl kurzfristig zu senken.
Sind Legionellen im Trinkwasser beim Trinken gefährlich?
Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser gilt für gesunde Menschen in der Regel als unproblematisch. Gefährlich wird es, wenn Legionellen über Aerosole, etwa beim Duschen, eingeatmet werden.
Welche Temperatur sollte mein Warmwasserspeicher haben?
Laut DVGW-Arbeitsblatt W 551 sollte die Temperatur am Speicherausgang mindestens 60 °C betragen, im gesamten Leitungssystem mindestens 55 °C.
Kann ich Legionellen im Wasser abkochen?
Kurzzeitiges Abkochen von Trinkwasser tötet Legionellen zuverlässig ab. Für die laufende Wasserversorgung im Haus ist das jedoch keine praktikable Dauerlösung – hier ist die richtige Warmwassertemperatur entscheidend.
Wie oft muss auf Legionellen geprüft werden?
Großanlagen (Warmwasserspeicher ab 400 Litern) müssen bei häufig wechselndem Nutzerkreis, etwa in Hotels oder Krankenhäusern, jährlich geprüft werden. Bei vermieteten Wohngebäuden gilt in der Regel eine Prüfpflicht alle drei Jahre.
Was tun bei einem Duschverbot wegen Legionellen?
Befolge die Anweisungen des Gesundheitsamts bzw. Vermieters, vermeide das Vernebeln von Wasser (Duschen, Whirlpool) und informiere dich über geplante Sanierungsmaßnahmen. Ein zertifizierter Legionellenfilter kann in dieser Zeit als Sofortschutz dienen.
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Über den Autor
Frieder Korat ist Geschäftsführer der Riva Systemtechnik GmbH und Experte für hochwertige Wasserfiltersysteme. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt er innovative Lösungen für sauberes Wasser in Privathaushalten, Gewerbebetrieben und medizinischen Einrichtungen.
Du hast noch eine Frage? Dann ruf uns gerne an (+49 74249014018) und wir finden gemeinsam eine passende Lösung für dich!
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Quellen:
- Robert Koch-Institut, Umweltbundesamt, Konsiliarlabor für Legionellen: LeTriWa-Studie – Legionellen in der Trinkwasser-Installation
- DVGW e.V.: Arbeitsblatt W 551 – Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen
- Umweltbundesamt: Legionellen im Trinkwasser
- Trinkwasserverordnung (TrinkwV), Bundesministerium der Justiz
- co2online: Legionellen im Trinkwasser – Ursachen und Vorsorge

